Frank Knoche Bewerben

Unternehmen sind händeringend auf der Suche nach guten Bewerbern. Employer Branding steht hoch im Kurs. Unternehmen geben sich in viralen Kampagnen modern und innovativ. Doch wie sieht die Praxis aus, wenn ein Bewerber sich wirklich für ein Unternehmen interessiert und sich auf eine ausgeschriebene Position bewirbt? Wie nutzerorientiert sind Online-Bewerbungsprozesse in Zeiten der Digitalisierung? Gibt es die 1-Klick-Bewerbung wirklich? Dr. Frank Knoche hat es ausprobiert. Mit der fiktiven Identität Max Mustermann hat er sich bei vier verschiedenen Unternehmen beworben. Eine Momentaufnahme in vier Episoden.

Episode 2: Online-Bewerbung bei einem internationalen Automobilzulieferer

Auch bei einem internationalen Automobilzulieferer klingt eine Stellenausschreibung verlockend: Gesucht wird ein „Digitalization Consultant (m/w)“. Genau passend für unseren Max Mustermann:

Nach dem Durchlesen der Stellenausschreibung auf der Webseite des Unternehmens klicke ich auf „Jetzt bewerben“. Der Automobilzulieferer arbeitet mit der Recruiting-Software Kenexa Brassring von IBM, wie mir mein Browser verrät. In Kenexa Brassring wird mir die Position nochmals angezeigt. Ich klicke auf „Auf die Stelle bewerben“, anschließend stimme ich den Datenschutzrichtlinien zu und darf im nächsten Screen meine E-Mail-Adresse und ein Kennwort eingeben. Netterweise wird mir hier schon die Kennwort-Policy angezeigt. Diesmal nur zwei Bullet-Points. Ich trage die E-Mail-Adresse und ein Kennwort ein.

Anschließend folgen drei Sicherheitsfragen. Hm. Na gut. Es gibt dazu ein Pulldown-Menü. Ich wähle „Geburtsname der Mutter“, „Name des ersten Haustieres“ und „Name der Grundschule“ aus, ergänze die Daten und klicke auf „Weiter“. Die Fortschrittsanzeige sagt mir, dass ich 0% meiner Bewerbung komplettiert habe und dass der gesamte Bewerbungsprozess 5-7 Minuten dauern wird. Ich klicke auf

„Bewerbung starten“.

Ein neuer Screen öffnet sich. Ich klicke dort auf „Profil importieren“ und gebe dem Unternehmen Zugriff auf mein LinkedIn-Profil. Die Datenübernahme aus LinkedIn funktioniert reibungslos. Ich bin positiv überrascht, ergänze noch meine Adresse und klicke auf „Weiter“. Ein roter Hinweis bittet um Ergänzung meiner Studienrichtung. Na gut. Ich ergänze und klicke auf „Weiter“. Nun darf ich einen Lebenslauf hochladen oder auch mein LinkedIn-Profil für die Bewerbung verwenden. Ich entscheide mich für den Lebenslauf, lade diesen hoch und klicke auf „Weiter“. Die Fortschrittsanzeige steht bei 66%. Nun noch zwei Fragen beantworten, wie ich auf die Stelle aufmerksam geworden bin. Alles klar. Ich ergänze und klicke auf „Weiter“.

Die Fortschrittsanzeige steht auf 99%. Noch ein Klick und meine Bewerbung liegt im Unternehmen vor. Ich klicke auf

„Absenden“.

Geschafft!

Fazit: Alles in allem zwar keine 1-Klick-Bewerbung, aber dennoch ein relativ schlanker und komfortabler Prozess. Ob die drei Sicherheitsfragen wirklich notwendig sind? Da könnte man meiner Meinung nach den Prozess noch abspecken. Auch auf die Frage wie ich auf das Unternehmen aufmerksam geworden bin, könnte man initial verzichten und diese erst im Nachgang (z. B. mit der automatisierten Eingangsbestätigung) stellen. Ansonsten jedoch ein schlanker, nutzerfreundlicher Prozess, der mich mit positiven Gefühlen zurücklässt. Morgen bewerbe ich mich bei einem internationalen Versicherungskonzern.

 

Alle vier Episoden zum Nachlesen:

Episode 1: Bewerbung bei einer internationalen Unternehmensberatung

Episode 2: Bewerbung bei einem internationalen Automobilzulieferer

Episode 3: Bewerbung bei einem internationalen Versicherungskonzern

Episode 4: Bewerbung im Mittelstand / Testfazit

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