Was CEOs vom Fußball lernen können

Was CEOs vom Fußball lernen können

Heiner Thorborg bringt es in seiner aktuellen Kolumne im Manager Magazin sehr gut auf den Punkt: „So wie es im Club auf den Trainer ankommt, prägt auch ein CEO sein Unternehmen.“ Er beschreibt eindrücklich wie Manchester United nach der Entlassung von Jose Mourinho mit neuem Trainer von Erfolg zu Erfolg eilt.

Der Fall Mourinho zeigt noch mehr, wenn wir in seine Trainer-Vita schauen:

Ein begabter und hart arbeitender Co-Trainer bekommt die Gelegenheit unter großen Mentoren (Bobby Robson, Louis van Gaal) zu arbeiten und wird später mit seinem eigenen Stil sehr erfolgreich. Mit zunehmendem Erfolg steigt das Ego und „The Special One“ entrückt mehr und mehr von seinen Spielern. Ein ähnlicher Werdegang lässt sich auch bei dem ein oder anderen CEO beobachten.

 

 

Doch Mourinho wird auch nach den unrühmlichen Abgängen bei Chelsea und jetzt ManU weitere Trainer-Offerten bekommen. Zwei bis drei Rauswürfe kann sich jeder Top-Trainer leisten. Danach ist meistens Schluss mit der Karriere. Auch hier gibt es erstaunliche Parallelen zu CEOs.

 

 

Dass zweitklassige Führungskräfte nur drittklassige in der Nähe dulden, lässt sich im Fussball auch am Beispiel des FC Schalke 04 gut erkennen: Ein zweitklassiger Manager (Heidel), der ein mittelständisches Unternehmen (Mainz 05) durchaus erfolgreich geführt hat, bekommt einen Karriere-Boost und wird Vorstand eines größeren (Fußball-)Konzerns. Nur leider funktionieren die Mechanismen, die in Mainz zum Erfolg gereicht haben, bei einem Champions League-Teilnehmer nicht mehr. Insbesondere dann, wenn man Trainer installiert (Markus Weinzierl, Domenico Tedesco), die einem selbst nicht gefährlich werden können. Leider fehlt es dadurch auch an dem notwendigen Diskurs, um das Gesamtunternehmen voranzubringen, eine nachhaltige Strategie zu entwickeln und auch Krisen erfolgreich zu managen. Wenn die oberen Führungsebenen nur mittelmäßig besetzt sind, dann wird es auch extrem schwierig, die vorhandenen Spieler zu Spitzenleistungen zu motivieren und weitere Top-Fachkräfte (Spieler) für das eigene Unternehmen zu gewinnen, wie die aktuelle Transferperiode eindrücklich zeigt.

 

 

Das Beispiel Domenico Tedesco zeigt auch, dass ein „Laptop-Trainer“ mit 1,0-Abschluss und ersten Erfolgen im unterklassigen Bereich vielleicht nicht die Idealbesetzung für einen Bundesliga-Club ist, der immer Champions League spielen möchte. Gleiches gilt auch für die Unternehmenswelt: Ein Top-Abschluss und das erfolgreiche Führen eines Startups im Silicon Valley reichen in der Regel nicht aus, um anschließend einen DAX- oder MDAX-Konzern zu führen. Gute Aufsichtsräte wissen das.

 

Link zum Thema: 10 Things Executives Can Learn From Football Legends

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